Unsere Religion

Hinduismus

Der Hinduismus gehört zu den großen Weltreligionen. Betrachtet man den Hinduismus genauer, so erkennt man sehr schnell, dass es sich eigentlich nicht um eine Religionsgemeinschaft, sondern um eine Vielzahl verschiedener Religionsgemeinschaften handelt, die aber trotzdem stark miteinander verflochten sind.
Unter der großen Anzahl von Göttern sucht sich der Hindu „seinen“ Gott, den er anbetet. Für ihn sind die verschiedenen Gottheiten nur Ausdruck und Manifestationen der verschiedenen göttlichen Aspekte.

Aus dem Hinduismus haben sich auch andere Religionen, wie zum Beispiel der Buddhismus entwickelt. Noch heute ist die Verflechtung der hinduistischen und der buddhistischen Götterwelt in vielen Tempelanlagen sichtbar. Viele Strömungen die aus dem Hinduismus erwachsen sind wurden toleriert und teilweise wieder absorbiert.
 Hinduisten bezeichnen ihre Religion als „Sanatana Dharma“ was soviel bedeutet wie „ewige göttliche Lebensordnung“. Es gibt keine einheitliche Organisation, keine zentrale Führung, kein Glaubensbekenntnis, keine geschlossene dogmatische Lehre und auch keinen Religionsstifter, wie etwa Buddha oder Jesus.

Jedoch gehört der Hinduismus zu den ältesten Religionen der Welt. Die etwa zweitausendjährige Geschichte des Hinduismus hat immer wieder weise Männer hervorgebracht, die mit ihren Ansichten dem Hinduismus neue Facetten hinzufügten. Deswegen existieren im Hinduismus auch keine von Gott festgelegten, unumstößliche Wahrheiten, die bis in die Ewigkeit ihre Gültigkeit haben sollen und unantastbar und unveränderbar sind. So steht z.B. in der Bibel: „Es darf nicht etwas weggelassen werden und es darf nichts hinzu gefügt werden!“
„Wenn Du ein Gebot gebrochen hast, hast Du damit die restlichen neun anderen auch gebrochen“.

Im Hinduismus gibt es keine einheitlichen Ansichten auch keinen Kanon oder Buch, wie die Bibel oder der Koran die die Glaubensgrundsätze für die Hindus festlegen. Deswegen gab es auch nie ein Konzil, wie das von Nicäa im Jahre 387, wo diese Ansichten als allgemein bindend festgelegt wurden. Es existiert also kein allgemeingültiges Glaubensbekenntnis.

Sikhismus

Religion

Sikhismus ist im 15. Jahrhundert von dem Wanderprediger Guru Nanak (1469-1538) in Nordindien entstanden. Dabei bedeutet das Wort „Sikh“ übersetzt „Schüler“. Guru Nanak versuchte mit der Gründung der Religion eine Verbindung zwischen Hinduismus und Islam zu schaffen. Darüber hinaus kennt der Sikhismus im Gegensatz zu Hinduismus kein Kastenwesen. Angrenzend zu der Heiligen Schrift der Sikhs, der Guru Grant Sahib, bildet die sog. Lehre vom Geburtenkreislauf (Karma-Lehre) sowie ein tugendhaftes Leben geprägt von der Überwindung von Egoismus, einen wichtigen Aspekt.

Weiterhin gab es in der Geschichte des Sikhismus insgesamt zehn Haupt-Gurus, dabei ersetzte der letzte der insgesamt zehn Haupt-Gurus, Guru Govind Singh im 17. Jahrhundert das bis dahin geltende Guru-Wesen durch die Heilige Schrift, Guru Grant Sahib.



Grundsätze

Toleranz gegenüber anderen Religionen und die Gleichberechtigung aller Menschen unabhängig vom Geschlecht ist die Grundlage der Religion. Um diesen Grundsatz gerecht zu werden tragen alle Sikhs gemeinsame Nachnamen, dabei werden Sikh-Frauen Kaur (prinzessin) genannt und die Sikh-Männer tragen den Nachnamen Singh (Löwe). Sie Akzeptieren und respektieren den Willen (Hukam) der in den Naturgesetzen manifestierten Schöpfung. Darüber hinaus gehören ungeschnittenes Haar mit Turban ( für Spiritualität ), ein kleines Schwert (für Mut und Selbstaufopferung) und ein stählernes Armband (für die Verbundenheit zu Gott) zu den Wesensmerkmalen eines Gläubigen Sikhs. Auserdem gehören Nikotin- und Alkoholverzicht sowie Ehebruch und sexuelle Beziehungen vor der Ehe zu den strengen Vorschriften der gläubigen. 


Anhänger

Heute gibt es weltweit rund 25 Millionen Sikhs, die meisten davon leben in Indien. Rund 15.000 Sikhs leben in Deutschland. Von den einst rund 100.000 Sikhs in Afghanistan sind es heute nur noch ca. 2.500. Die religiöse und soziale Diskriminierung in dem muslimischen Land ist ein wesentlicher Grund für den Massenexodus. Die Einschränkung der Teilhabe an Politik und Handel, sowie die gewaltsame Enteignung von Wohneigentum erschweren das Leben der dort ansässigen Sikhs zusätzlich.